23 August 2015

[Rezension] "Lichtblaue Sommernächte" von Emily Bold

Autor: Emily Bold
Erscheinungstermin: 07. August 2015
Seitenanzahl: 384 Seiten
Verlag: Ullstein
Preis: 9,99 €
ISBN: 978-3548287065
Lauren war sich so sicher, glücklich zu sein. Zusammen mit ihrem Mann Tim und den beiden Kindern wohnt sie in einem süßen, kleinen Haus in Vermont und will sogar ihr Studium wieder aufnehmen. Bis der Schicksalsschlag kommt: Diagnose Hirntumor. Lauren will kämpfen, will nicht aufgeben, will bleiben. Aber die Krankheit ist stärker. Laurens Zustand verschlechtert sich. Kann es nicht auch eine Lösung sein, wenn sie selbst entscheidet, wann sie das Leben loslassen wird? Aber wie soll sie das ihrer Familie klarmachen? Ihren Eltern und ihren Kindern? Nach und nach begreift Lauren, dass man mit allem seinen Frieden schließen kann.
»Ich verliebe mich in jeden meiner Romane, aber diese Story ist auch für mich neu und besonders!« Emily Bold

(Cover und Inhalt Copyright by Ullstein Verlag)


Man beginnt mit einer wunderschönen Sommernacht. Die Familie und die engsten Freunde von Lauren sitzen mit ihr am Seehaus und verbringen einen wunderschönen Abend mit alten Erinnerungen zusammen. Ich hatte das Gefühl mit dabei zu sitzen, das Feuer prasseln zu hören und die Geschichte von Lauren und Tim zu erfahren.

Lauren ist ein wundervoller Charakter. Sie ist eine starke Frau, die weiß was sie will und sich ihre Pläne macht. Im Laufe des Buches erfährt man so viel über sie. Viel über ihre Gedanken … gerade, was ihre Krankheit angeht. Ich habe sie kennen und lieben gelernt. Ihre Liebe zu ihrem Mann, ihre Liebe zu ihren Kindern und die Angst vor der Diagnose und dem, was noch kommen wird, war auf jeder Seite spürbar. Ihr Mann Tim ist unglaublich gut gelungen. Ein Mann, wie ihn sich viele erträumen. Anfangs blendet er durch sein gutes Aussehen und nach und nach lernt man seine liebenswerte Art kennen. Er ist für seine Kinder und seine Frau da. Seine Reaktionen sind, gerade, was das Ende angeht, für mich sehr real und nachvollziehbar.


Durch die Erzählungen lernt man auch die Kinder Mia und Alyssa sehr gut kennen und ich denke, ich kann mit gutem Gewissen sagen, das die Kinder sehr gut gelungen sind. Die unschuldige Art von der kleinen Alyssa und die rebellische Art von Mia, die mit der Pubertät zu kämpfen hat. Auch die Freunde Rachel, Chris und die Eltern von Lauren kommt man näher. Man kämpft mit ihnen gemeinsam gegen die Tränen an.

Was mich sehr fasziniert und berührt hat, ist die Erzählweise der Geschichte. Man wechselt zwischen einer Einleitung aus der Sommernacht und der damit verbundenen Erinnerung. Das erste Treffen von Lauren und Tim, die Schwangerschaft, Weihnachten … und auch die Szenen, die mich sehr mitgenommen haben. Die Diagnose, der Kampf und das Ende. Für mich ist das Buch so emotionsgeladen und perfekt. Auch wenn ich am Anfang Lauren und Tim schütteln wollte, weil sie es sich beide unnötig schwer gemacht haben, so finde ich das Buch außergewöhnlich. Ich kenne mich mit dem Verlauf und der Diagnose Krebs nicht wirklich aus aber diese Szenen sind für mich sehr gut umschrieben und wirken auch recherchiert. Wodurch man noch mehr in die Geschichte mit hineingezogen wird. 
Emily hat es geschafft, dass ich mich Lauren und ihrer Familie so nahe gefühlt habe, dass deren Schmerz auch meiner war. Sie hat mich mit auf eine emotionale Achterbahnfahrt genommen bei der sich freudiges Lachen und bitterliches Weinen vermischt haben. In „Lichtblaue Sommernächte“ hat Emily Bold so viel hineingesteckt. Ein sehr schweres Thema aber hervorragend gut verpackt. Ich liebe es.

Wertung:


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