12 Juni 2016

[Rezension] "Fast perfekt ist gut genug" von Kristan Higgins

Originaltitel: If You Only Knew
Autor: Kristan Higgins
Erscheinungstermin: 10. März 2016
Seitenanzahl: 432 Seiten
Preis: 9,99 €
ISBN: 978-3956492877

Alle um sie herum scheinen das Bilderbuch-Familienglück zu haben – nur Brautmodendesignerin Jenny nicht. Also kehrt Jenny Manhattan den Rücken und in ihre Heimatstadt zurück. Vielleicht färbt das perfekte Familienleben ihrer Schwester auf sie ab, vielleicht findet Jenny eine neue Liebe? Ein Sommer voller Geheimnisse und Lügen, der Versuchungen und Offenbarungen liegt vor den Schwestern – aber auch ein Sommer des wahren Lebensglücks.
(Cover und Inhalt Copyright by Mira Taschenbuch Verlag)

"Fast perfekt ist gut genug" hat mir einige Nerven gekostet. Das Buch erzählt uns zwei Geschichten. Einmal lesen wir Jennys Geschichte und dann haben wir noch ihre Schwester Rachel, die uns jedes zweite Kapitel ihre Story erzählt.

Nach und nach habe ich mich an Jenny gewöhnt und ihr sogar Sympathie entgegengebracht. Gegen Ende mochte ich sie sogar richtig. Das hat mir aber etwas lange gedauert. Jedes Mal, wenn sie von ihrem Exmann, dessen Frau und dem Kind gesprochen oder nur an sie gedacht hat, war ich von ihr genervt, genauso wie ihre Tagträumereien über Männer, denen sie gerade begegnet ist. Das waren immer Situationen, in denen ich ziemlich kurz danach das Buch zur Seite legen musste, weil es einfach nicht mehr ging. Jenny war anfangs nicht wirklich meine beste Freundin. Es wird aber besser, sehr langsam aber es wird besser. Besonders ab der Hälfte, nimmt ihre Geschichte an fahrt auf. Leo kommt öfter ins Spiel und der zauberhafte Evander hat immer wieder Schmunzelmomente hervorgerufen. An Jenny entdeckte ich aber immer mehr liebenswerte Eigenschaften. Sie war für Ihre Schwester da, lässt alles für sie stehen und liegen, sie hat einen total interessanten Job als Hochzeitskleiddesignern und das wurde auch großartig in die Geschichte integriert, und sie ist bedingungslos loyal.


Leo ist der nette Hausmeister und Opfer vieler Tagträume von Jenny. Er ist ein netter, liebenswerter, humorvoller aber verschlossener Kerl, der das Herz von Jenny sofort erobert. Nach und nach deckt man Details über ihn auf aber so wirklich tiefgründig und greifbar wird er erst auf den letzten 100 Seiten. Evander ist sein Klavierschüler und der Junge ist so herzerwärmend.

Mit Rachel konnte ich mich leider gar nicht identifizieren. Sie ist verheiratet und Mutter dreier Kinder. Ich bin weder Mutter noch verheiratet aber dieses Familienleben wurde gut beschrieben, das war nicht das Problem. Mein Problem waren einfach ihre Entscheidungen. Sie war anfangs einfach ein naives Kind, dem die große Schwester unter die Arme greifen musste. Ich konnte ihre Entscheidung einfach nicht nachvollziehen. Okay sie sind eine Familie und die Kinder ... aber ... naja. Lest selbst, was ich meine. Das beste Kapitel was sie hat waren die Letzten beiden, den das war die echte Rachel, die sonst nur ab und zu mal durchblitzen durfte. Adam ... naja vergessen wir den. Er ist einfach nur ein schleimiger Charakter, der weiß, wie er schauspielern muss und welche Knöpfe er an seiner Frau zu drücken hat, damit er sich durchsetzen kann. 

Mit jeder Seite erhielt die Geschichte mehr Tiefe und die Charaktere entfalteten sich. Diese Entwicklung hat mir jedoch zu lange gedauert. Erst nach 200 Seiten habe ich gemerkt, dass mir die Geschichte langsam gefällt. Jenny wurde mir wesentlich sympathischer und ab da schritt auch die Geschichte voran. 

Es hat einfach zu lange gedauert, dass ich mit den Charakteren warm wurde. Die Geschichte ging ja gleich ganz interessant los, jedoch war ich anfangs so von beiden Schwestern genervt, dass ich immer wieder Pausen machen musste. Es wurde aber besser und die Geschichte entfaltete sich. Für mich war es trotzdem nicht genug. Sehr schade. Es traf nicht meinen Geschmack aber ich bin mir sicher, dass die Geschichte vielen andern gefallen könnte.

Wertung:

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar an Mira Taschenbuch und Blogg dein Buch!



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