04 September 2017

Klappentexte!? - Was erwartet ihr von ihnen?

Hey ihr Lieben,
Ich habe mir in letzter Zeit häufiger Gedanken über Klappentexte gemacht. Was muss ein Klappentext haben, damit er mich anspricht? Das war gar nicht so einfach, da man doch eher Instinktiv seine Entscheidung fällt ohne groß darüber nachzudenken. So geht es mir zumindest. Ich habe also mal mein Verhalten in der Buchandlung und beim stöbern auf den Verlagsseiten analysiert. Ich muss sicher nicht mehr sagen, dass mein erster Blick dem Cover gilt. Erst wenn das mich dazu animiert, dass Buch in die Hand zu nehmen, geht der Blick zum Klappentext. Ich oute mich also ohne schlechtes Gewissen als Coverkäufer aber es geht heute ja um Klappentexte.

Ich habe festgestellt, dass ich lieber kürzere Klappentexte mag. Kurz und prägnant, er muss neugierig machen. Dafür mag ich den Zusatz des Klappentextes in einer Broschur. Der verrät meist mehr Inhalt und sollte mich hinten der Klappentext ansprechen, dann kann ich diesen noch lesen und mehr Details erfahren. Schade, dass nicht jedes Buch so etwas hat! Die Klappentexte dürfen allerdings auch nicht zu kurz sein. Sie müssen schon aussagekräftig sein. Zum Beispiel Blutspur“ von Kim Harrison. Dieser Klappentext besteht nur aus einer Personenbeschreibung. Nicht gerade aussagekräftig aber dennoch hat es mich so weit neugierig gemacht, dass ich es lesen wollte. Hier hat es geklappt. Das Buch fand ich klasse. Es bestand aber auch die Gefahr, dass es ein Fehlgriff wird.


Es gibt auch bestimmte Wörter, die mich abschrecken. Island 1908 ... Rom 1879 ... usw. Jahreszahlen! Alles, was in der Vergangenheit spielt, reizt mich nicht. Ich lese keine Historischen Romane, und auch wenn das Buch nicht in das Genre fallen würde, solche Jahreszahlen Schrecken mich sofort ab und ich lege das Buch wieder zurück.

Genauso abschreckend sind "Heirat", "Schwangerschaft", "Scheidung" und "Betrug" Letzteres besonders, wenn die Protagonistin selbst betrügt. Ich möchte Liebe, Leidenschaft und am besten das aneinandertasten und frisch verlieben. Ich möchte nichts über Beziehungsprobleme, Babys und Schwangerschaften lesen. Ich selbst bin noch nicht in einem Alter, wo ich unbedingt ein Kind möchte und da kann ich mich schwerer in die Protagonisten hineinversetzen. In den seltensten Fällen, schafft es ein Klappentext mit diesen Wörtern mich von sich zu überzeugen. Es gibt auch hier natürlich ausnahmen, wo mich die Autoren selbst bei diesen Themen fesseln konnten.

Ich denke, es ist wahnsinnig schwierig, den perfekten Mix zwischen Interesse schüren und „ich darf nicht so viel verraten“ zu finden. Ich hatte auch schon einen Klappentext, der mir das komplette Buch versaut hat, weil einfach viel zu viel verraten wurde. Es gab keine Überraschungen mehr. Und man konnte nach dem Klappentext abhaken, was in diesem Buch alles passiert. Oft nehmen Verlage auch einfach ein Zitat aus dem Buch. Eine Schöne Idee und macht mich neugierig, allerdings sollte darunter immer noch ein weitere Text stehen, der etwas über den Inhalt aussagt. Perfekte Kombination ist ein kurzes Zitat für die Neugier und ein Klappentext der diese noch mal schürt.


Ashes“ von Ilsa J. Bick. Ist ein Beispiel dafür, dass nur ein einzelnes Zitat irreführend sein kann. Bei diesem Buch ist ein Zitat als Klappentext und ich habe es aufgrund dessen gekauft. Es klang wie eine Liebesgeschichte ... dass dann aber menschenfressende Teenagerzombies auftauchen, damit habe ich nicht gerechnet. Auch hier hatte ich Glück und das Buch war kein Fehlgriff.


Für mich ein perfekter Klappentext ist der von "Der Kuss des Tigers" von Colleen Houck. Er hat ein Zitat und der Text darunter macht neugierig. Er passt sehr gut zum Inhalt und spiegelt das wieder, um was es geht.


Einfach. Liebe“ von Tammara Webber hat einen super Klappentext, der aber nicht alles verrät. Für mich war das Buch ganz anders als erwartet. Der Klappentext hat nur einen Bruchteil dessen wiedergegeben, um was es wirklich ging. Es ist aber eines meiner Lieblingsbücher!

Wie seht ihr das, was sind für euch gelungene Klappentexte? 
Was mögt ihr gar nichts an Klappentexten?
Mögt ihr lieber lange oder kurze Klappentexte?

Kommentare:

  1. Huhu,

    um ehrlich zu sein lese ich Klappentexte eigentlich kaum noch wirklich. Viel zu oft lügen die das Blaue vom Himmel hinunter. Und damit meine ich nicht nur die Adjektive (Berührend, lustig, ...), sondern auch die Handlungen selbst. Zuletzt hatte ich einen, der in etwa so ging: 'Die junge Familie kauft sich ein Haus an der Küste. Doch plötzlich steht ein ungeladener Gast im Haus. Wer ist dieser Mann und warum kommt er immer wieder?'. Nur wird die Identität des Herrn schon im ersten Kapitel zur Gänze dargelegt, noch bevor die Protagonistin überhaupt vorgestellt wurde. Da fühle ich mich doch veralbert, immerhin soll da das Hauptthema im Klappentext angedeutet werden und nicht der Einleitungssatz.

    Und so etwas hatte ich immer wieder. Daher ... Ich schau, ob das Genre passt, aber mehr glaube ich dem Klappentext nicht mehr.

    Liebe Grüße
    Taaya

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    1. Hey Taaya,
      ah das hatte ich auch schon mal. Wenn man im Klappentext nur erfährt was auf den ersten Seiten geklärt wird und die Story dann aber eine ganz andere ist. Das ist enttäuschend aber den Klappentext so gar nicht mehr zu lesen könnte ich nicht.
      Liebe Grüße

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  2. Hey,

    ein toller Beitrag!
    Ich schau so selten auf den Klappentext. Eigentlich nur kurz bevor ich ein Buch bei mir einziehen lasse. Dann entscheide ich meistens spontan, ob es überhaupt bei mir einziehen darf.
    Ich finde allerdings auch, dass er kurz und prägnant sein muss. Er muss alles wichtige enthalten, darf aber auch nicht so viel verraten.
    Das ist aber wohl eher die Ansicht eines Buchbloggers. :D

    Hab einen tollen Abend.

    Ganz lieben Gruß
    Steffi von angeltearz liest

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    1. Hey Steffi,
      Dankeschön :) Mh ... wäre mal interessant zu wissen ob das wirklich ein Buchbloggerding ist :D
      Liebe Grüße

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  3. Hallo und guten Tag,

    Klapptexte sind so eine Sache finde ich, denn schon öfters gab es wunder was für interessante Personen, Orte usw. in am Ende gar nicht im Roman vorgekommen sind.....deshalb sollte man nicht alles glauben was auf Klapptexten so steht....

    LG..Karin..

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    1. Hey Karin,
      ich kann mich nicht erinnern, dass mir das mal passiert ist. Das ist allerdings wirklich mies, wenn etwas auf dem Klappentext dann nicht im Buch erscheint.
      Liebe Grüße

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  4. Interessante Überlegung. Bei Klappentexten gibt es oft einen schmalen Grat zwischen informativ und spoilernd. Ich hatte schon mehrfach den Fall, dass im Klappentext Dinge standen, die im Buch erst nach einem großen Teil der Geschichte passiert sind und sowas möchte ich dann einfach noch nicht vorher wissen. Auf der anderen Seite mag ich keine zu kurzen Texte, die im Endeffek gar nichts über den Inhalt aussagen. Ich möchte ja schon wissen, wovon das Buch handelt, was ich kaufen soll. Zitate finde ich dabei gar nicht schlecht, solange es noch mehr Infos dazu gibt, weil man so auch direkt ein bisschen sieht wie der Schreibstil ist. Ganz schrecklich finde ich es, wenn nur Pressestimmen und Empfehlungen auf dem Buch stehen. Ein Roman kann noch so sehr gelobt werden, wenn ich nicht mal weiß um welches Genre es geht, dann kaufe ich ihn trotzdem nicht :D

    Liebe Grüße!

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    1. Hey Jacquy,
      Du sagst es. Ein schmaler Grat. Für die Autoren oder Verlagsmitarbeiter ist es sicher auch nicht einfach einen Klappentext zu schreiben. Pressestimmen und Empfehlungen mag ich auch überhaupt nicht. Die sagen nichts über das Buch aus. Die Bücher leg ich auch immer wieder weg.
      Liebe Grüße

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  5. Hey :)

    Ich mag auch kurze, prägnante Klappentexte, die einen guten Einblick geben, aber dennoch nicht zu viel verraten. Zitate mag ich eher als Ergänzung. Ein Klappentext, der nur ein Zitat ist, gefällt mir nicht und ich werde das Buch eher nicht kaufen. Zu lange Klappentexte schrecken mich vom Lesen ab und ich packe das Buch meist ohne den gelesenen Klappentext weg.

    Für mich sind Klappentexte sehr bedeutend. Ein Buch kann noch so viele begeisterte Stimmen haben, wenn ich nach der Lektüre des Klappentextes das Gefühl habe, der Text/ das Buch spricht mich nicht an, dann kaufe ich es auch nicht.

    Liebe Grüße,
    Anna

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    1. Hey Anna,
      Zitate als einzigen Klappentext mag ich auch nicht. Nur zur Ergänzung um einen kurzen Einblick in den Schreibstil zu bekommen. Lange Klappentexte leg ich meiste auch weg. Ich glaub den perfekten Klappentext zu schreiben ist schon schwierig.
      Liebe Grüße

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  6. Hallihallo :)

    Ich habe mir ehrlich gesagt über Klappentexte bisher auch nie großartig Gedanken gemacht. Entweder sie gefallen mir oder eben nicht. Jahreszahlen schrecken mich allerdings auch meistens ab und zu lang drüfen sie bei mir auch nicht sein! Ganz schlimm ist es natürlich, wenn der Klappentext nicht spoilerfrei ist 😧 Und bei Ashes freue ich mich dann wohl mal auf menschenfressende Teenagerzombies xD Ich liebe Zombies ja ganz sehr... NICHT! Also absolut das richtige Buch für mich 🙈 Wie gut, dass es schon auf meinem SuB liegt 😂😂

    Liebe Grüße,
    Lisa von Prettytigers Bücherregal

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    1. Hey Lisa,
      Oh :D Jaaa Ashes war so ein überraschendes Buch ... aber ich fand es sehr gut!! Obwohl ich mit etwas anderem gerechnet habe. Klappentexte sind schon eine Sache für sich.
      Liebe Grüße

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  7. Ein schöner Beitrag! Also was Jahreszahlen angeht, da bin ich ganz bei dir. Wenn die Bücher in der Zukunft spielen ist das was anderes, da würde ich schon eher mal zugreifen, aber nicht wenn es irgendwann im 19. Jahrhundert oder noch früher spielt, das schreckt mich auch ab.

    Was ich auch schlimm finde ist, wenn einem der Klappentext ein völlig falsches Bild vom Inhalt vermittelt, sowas hatte ich erst vor kurzem. Ein Buch, dass ich mir aufgrund des Covers näher angesehen habe und dann stand da etwas von wegen die Hauptprotagonisten verlieben sich Hals über Kopf ohne einander überhaupt groß zu kennen, das hat mich dann gleich wieder abgeschreckt, wobei ich in Rezensionen gelesen hatte, dass dies gar nicht der Fall war und die Liebesgeschichte sich langsam und glaubhaft entwickelt. So ist das Buch dann doch auf der Wunschliste geblieben, aber da sieht man wie stark einen der Klappentext beeinflussen kann ^^'

    Liebe Grüße
    Jenny

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    1. Hey Jenny,
      in der Zukunft macht es mir auch nichts aus aber alles frühere ist dann doch nicht meinst.
      Ah das mag ich auch überhaupt nicht. Bei Empfehlungen lese ich auch immer den Klappentext und denk mir "Mh ... so interessant klingt das nicht" lese es aber trotzdem, weil ich den Empfehlungen bestimmter Leute einfach vertrauen kann. Meistens geht es auch gut aus ;)
      Liebe Grüße

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  8. Bei mir gibt der Klappentext den Ausschlag, ob ich mir ein Buch kaufe. Was ich gar nicht mag ist, wenn er zuviel verrät. Leider ist mir das bei meinen letzten zwei Krimis passiert, da hat der Klappentext bereits das Motiv verraten, was mir die Spannung ziemlich gedämpft hat.

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    1. Hey Aglaya,
      oh bei Krimis stell ich mir das auch schwer vor. Spannend aber es dar absolut nichts verraten.
      Liebe Grüße

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  9. Huhu!

    Ein sehr interessanter Beitrag! Ich habe auch so Wörter, die mich direkt abschrecken. "Mafia","Drogenkartell", alles mit militärischen Begriffen, "Wirtschafts..." etc.

    Ehrlich gesagt überfliege ich Klappentexte meist nur ganz grob, und wenn der Text mich dann anspricht, lese ich noch mal sorgfältiger. Aber meist wird ganz schnell aussortiert.

    Ich habe deinen Beitrag HIER für meine Kreuzfahrt durchs Meer der Buchblogs verlinkt!

    LG,
    Mikka

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  10. Nachdem ich bei den Klappentexten schon mehr als einmal richtig reingefallen bin, weil sie quasi den Twist am Ende des Buches schon auf der Buchrückseite verraten haben, oder auch mal Dinge dort standen, die überhaupt nicht stimmten, lese ich sie nicht mehr. Oder erst, nachdem ich das Buch beendet habe.
    Bei einem Krimi stand da z. B. dass der Ermittler als nächstes auf der Opferliste steht und das ganze Buch über habe ich gewartet, dass das dann auch passiert. Aber er stand bis zum Schluss nie drauf. Das verdirbt mir den Lesespaß.

    Deshalb lese ich den Text tatsächlich nur noch vorher, wenn dort z. B. Leser- oder Kritikermeinungen abgedruckt sind. Das gibt's ja auch bei Neuerscheinungen und da wird dann meistens in einem knackig kurzen Satz der Leseeindruck beschrieben.

    Wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich gerne Klappentexte haben, die die Ausgangssituation schildern, in der sich die Protagonisten befinden und dazu noch das Hauptproblem, mit dem sie zu kämpfen haben. Außerdem ein paar Stichworte, ob das Buch viel Action oder Emotionen oder mehr philosophische Gedanken enthält, ob die Stimmung humorvoll oder traurig ist etc. damit man sich schon darauf einstellen kann, was man bekommt, ohne dass man die eigentliche Handlung kennt.

    LG Gabi

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:) :( :-/ :-* :-O X( :7 :-c ~X(

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Liebe Grüße

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